Die Arbeit mit dem Schwarmtrieb ist das Zentrale Element einer bio-dynamischen Imkerei und eine der Voraussetzung für die Anerkennung als DEMETER – Betrieb

Im Frühjahr werden die Bienenvölker mit Flachzargenrähmchen nach oben hin erweitert.

Bei den Erweiterungsschritten bzw. den Kontrollen wird ebenfalls auf Schwarmstimmung geachtet. Zu diesem Zweck werden vereinzelte Waben gezogen aund auf Weiselzellen kontrolliert.

Ein guter Indikator für einen aufkommenden Schwarmtrieb ist der neu errichtete Wabenbau. Werden runde, kompakte Waben errichtet, ist das Bienenvolk in einer aufstrebenden Stimmung und der Schwarmtrieb ist noch nicht erwacht. Wird allerdings zapfenartiger Wabenbau errichtet oder lediglich die Drahtung mit wirren Waben überzogen, so kann davon ausgegangen werden, dass das Bienenvolk schwärmen will. Dann werden bei der Durchsicht mehrere Waben gezogen und auf das Vorhandensein von Weiselzellen überprüft.

Schwarmvölker legen in der Regel bis zu 20 Schwarmzellen an, in Ausnahmefällen schwärmen Bienenvölker allerdings auch mit nur 2 bis 3 Weiselzellen. Werden in einem Volk offene Weiselzellen gefunde, dann wird das Bienevolk weider geschlossen und in der Stockkarte und im Arbeitsbuch wir die aufkommende Schwarmstimmung vermerkt. Außerdem wird das Bienenvolk mit einem Ast etc. gut sichtbar markiert, um beim nächsten Standbesuch entsprechend gezielt mit den Arbeiten beginnen zu können.

Um dem natürlichen Schwarmprozess so nahe als möglich zu kommen wird immer gewartet, bis die ersten Weiselzellen verdeckelt sind.

Der Schwarm wird vorweggenommen.

Bei der Vorwegnahme des Schwarmes wird die Königin aus dem Bienenvolk herausgefangen und in einem Lockenwickler vorübergehend verwahrt. Anschließend werden Bienen von etwa 4 großen Brutwaben in ein Kunstschwarmkistchen gekehrt. Die Königin wird in das Kunstschwarmkistchen gegeben, der Kunstschwarm erhält etwas Futterteig, wird vor dem Transport mit etwas Wasser besprüht und kommt anschließend für etwa 48 Stunden an einen kühlen, dunklen Ort, um sich zu sammeln. Wenn sich eine schöne Bienentraube im Schwarmkistchen gebildet hat, wird der vorweggenommene Schwarm auf Vorbau – Streifen idealerweise auf einem anderen Standort eingeschlagen und bekommt als Starthilfe 5 Liter Flüssigfutter.

Es gibt eine beste Methode der Schwarmvorwegnahme

Die beste Methode der Vorwegnahme des Schwarmes sieht vor, dass das gesamte Bienenvolk in eine leere Beute gehängt wird. In den leeren Brutraum werden Bienen von 3 bis 4 Waben abgekehrt und die Königin zugegeben. Anschließend wird die Beute mit dem Deckel verschlossen. Am Abend, wenn der Flugbetrieb weitgehend eingestellt ist, wird die Beute verschlossen und für 24 Stunden an einem kühlen, dunklen Ort verwahrt, damit sich der Schwarm sammeln kann.

Das Restvolk wird anschließend auf den Platz des Schwarmvolkes gestellt und in einigen Tagen zu Ablegern aufgeteilt.

Diese Methode ist deshalb die beste Variante der Vorwegnahme des Schwarmes, da die Bienen im Schwarm zum überwiegenden Teil aus Flugbienen besteht und die Zusammensetzung der Bienen der des Naturschwarmes am ehesten entspricht. Leider ist diese Methode wesentlich arbeitsaufwendiger und wird in unserem Betrieb daher eher seltener angewendet.

Aufteilen des Restvolkes auf Ableger

Um ein weiselloses Bienenvolk mit Schwarmzellen auf Ableger aufzuteilen ist es wichtig, das Alter der Weiselzellen richtig einzuschätzen. Dazu ist ein Eintrag in die Stockkarte beim Auffinden der ersten offenen Weiselzellen hilfreich. „Drei – Fünf – Acht – so wird die Königin gemacht“ – diese Eselsbrücke erleichtert das Errechnen des Zeitpunktes, zu dem die ersten Weiselzellen schlüpfen. Um optimale Wärmebedingungen für die reifenden Weiselzellen zu gewährleisten, wird mit dem Aufteilen des Restvolkes bis zum spätest möglichen Zeitpunkt zugewartet, also zwei Tage vor dem errechneten Termin, an dem die Weiselzellens schlüpfen.

Zum Schwärmen bereite Bienenvölker besiedeln neben dem Brutraum ein bis zwei aufgesetzte Flachzargen. Sollte eine Zarge lediglich mit Honig gefüllt sein, werden die Bienen abgekehrt und die Honigwaben einem anderen Volk zur weiteren Pflege aufgesetzt. Je nach Anzahl der gedeckelten Weiselzellen, Futtervorrat, Witterung und Jahreszeit kann ein Schwarmvolk auf bis zu 5 Ableger zu je 2 Waben aufgeteilt werden. Aus der aufgesetzten Flachzargen können ebenfalls 2 bis 3 Ableger erstellt werden.

Im Mai werden von den Restvölkern Ableger mit 2 Waben, in der ersten Junihälfte 3 – Wabenableger gebildet.

Für die Futterversorgung der Ableger werden Honigwaben herangezogen. gedeckelte Honigwaben werden mit dem Stockmeisel angedrückt, da die Bienen eher hungern würden, als gedeckelte Waben öffnen. Die Jungvölker werden auf Bienenstände verbracht, welche außerhalb vom Flugradius liegen, um genügend Flugbienen zu erhalten.

Diese Jungvölker werden nach zwei, im Fall von Schlechtwetterperioden nach drei Wochen auf Weiselrichtigkeit kontrolliert. Ist die Königin in Eilage, erhält der Ableger 2 Liter Flüssigfutterund 4 Rähmchen mit Vorbau – Streifen. Weisellose Ableger und solche, bei denen die Königin noch nicht in Eilage ist, werden aufgelöst, indem die Bienen abgekehrt und die Waben eingeschmolzen werden.

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