Wesensgemäß – dem Bien gemäß

Roland Berger, Demeter-Imker aus Klosterneuburg und Oskar Anderl, Demeter-Imker und Landwirt aus Gföhl, brachten es in ihrem Einführungsvortrag auf den Punkt: in der Demeter-Imkerei geht es um das Wesen der Bienen, und zugleich um eine respektvolle „Haltung“ zu den Lebewesen.

Denn es sind nicht nur die vielen negativen Umwelteinflüsse, die die Vitalität der Bienen schwächen, sondern auch die Betriebsweisen vieler konventioneller Imker: einseitige Zuchtkriterien und –methoden, Schwarmunterdrückung, Verhinderung des natürlichen Wabenbaus, Rückstände im Wachs der Mittelwände etc. wirken der natürlichen Entwicklung eines Bienenvolkes entgegen.

Bienenschwarm & Kamillentee

Wir Demeter-Imkerinnen und Imker suchen hier neue, zukunftsfähige Wege. Im Mittelpunkt unserer Betriebsweise stehen der Schwarmprozess und seine Führung. Genauso wichtig sind der Naturwabenbau, das ungeteilte Brutnest und die Winterfütterung mit hohem Honiganteil und einer speziellen Teemischung.

Wir beobachten, was dem Wesen der Bienen entspricht. Und wir versuchen die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um dann fördernd und lenkend einzugreifen. Wie das in der Praxis umgesetzt werden kann, wurde von den TeilnehmerInnen in zwei Workshops erarbeitet. Die Demeter-Imker Gerhard Reiner und Stefan Schweiger widmeten sich dem Bereich Bienengesundheit. Roland Berger bot einen umfassenden Überblick über verschiedene Formen von Bienenwohnungen und Karl Heller, Demeter-Imker in Umstellung zeigte vor, wie man mit einfachen Mitteln bienengerechte Magazinbeuten kostengünstig selbst herstellen kann.

Verbunden mit der Landwirtschaft

Ein zentrales Element der Demeter-Imkerei ist die starke Verbindung der Bienen zur Landwirtschaft, wie Stefan Schweiger in seinem Vortrag „Einsatz und Wirkung von Präparaten“ verdeutlichte. Für die Gruppe ergaben sich wichtige Fragen: Welche Pflanzen wachsen noch in meiner Umgebung? Wandere ich zu Massentrachten? Wandere ich mit meinen Bienen überhaupt, wenn doch ein Bienenstock von Natur aus immer ortsgebunden ist und eine starke energetische Verbindung mit den Pflanzen vor Ort eingeht? Oder versuche ich, einen unmittelbaren Bezug zu einer biodynamischen Fläche herzustellen? Mit genau diesen Fragestellungen will sich die Arbeitsgruppe im kommenden Jahr eingehend beschäftigen.

Verbunden mit dem Kosmos

Sehr beeindruckt zeigten sich die TeilnehmerInnen vom philosophischen Exkurs, den Roland Frank darbot. Der anthroposophische Arzt (und „Bienenvater“ zweier Völker) schaffte es, die sehr komplexen, geistigen Aspekte der wesensgemäßen Bienenhaltung spannend und verständlich zu erklären. Die beiden Eurythmisten Franziska Frischknecht und Andreas Kuyken sorgten ebenso für spannende und gleichzeitig fröhlich-leichte Stimmung – und „für eine leicht erhöhte seelische Herztemperatur“, wie es eine Imkerin am Ende des Treffens formulierte.

Vielen Dank an alle Vortragenden und alle TeilnehmerInnen für diese drei lehrreichen und inspirierenden Tage, für die zahlreichen schönen Begegnungen und die spürbare Vorfreude auf das Folgetreffen im kommenden Frühling.

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