Naturhonigwaben
Naturhonigwaben
Naturwaben im Brutraum und im Honigraum

Wir wurden einmal gefragt, wie Bienenvölker von Zander – Mittelwandwaben auf Naturbau umgestellt werden können. Hier einen Kurze Anleitung.

Die Umstellung auf Naturbau gelingt am besten mit Schwärmen bzw. vorweggenommenen Schwärmen (Kunstschwärmen).
Bei der Umstellung von Zander-Völkern von Mittelwabenbau auf Naturbau würde ich wie folgt vorgehen:

Wenn die Völker im April stark genug sind, sollten sie um eine Zarge erweitert werden. Im besten Fall setzt man Leerwaben und eventuell zwei Anfangsstreifen auf. In den Leerrahmen mit den Anfangsstreifen legen die Bienen dann sicherlich Drohnenbrut an, was sich wiederum positiv auf den Schwarmtrieb auswirkt.

Hier will ich anmerken, dass Zander – Völker unbedingt aufgesetzt werden sollten, da sie sonst bereits im April schwärmen würden. Schwärme im April sind kein besonders erfreuliches Ereignis für Bienen und Imker. Kälteeinbrüche sind im April noch sehr häufig, wodurch Weiselzellen in den Ablegern geschädigt werden und somit keine gesunden Königinnen schlüpfen. Weiters sind für die Begattung der Jungköniginnen in den Ableger im April meistens noch zu wenig geschlechtsreife Drohnen vorhanden.

Wenn die Völker in Schwarmstimmung kommen und verdeckelte Weiselzellen vorhanden sind, kann der Vorschwarm vorweggenommen werden. Diesen Vorschwarm stellt man dann zwei bis drei Tage mit Futter in den Keller und logiert ihn dann in eine Beute mit Anfangsstreifen ein. Da entsteht dann wilrklich schönen Naturbau. Wenn die Tracht nicht ausreicht, sollte der Schwarm gefüttert werden. Es sollten zwei mal 5 kg Zucker in 5 Liter Wasser aufgelöst werden. Das Mischungsverhältnis 1:1 regt die Bienen zum bauen an.

Eine Varroabehandlung mit Bienenwohl oder das Besprühen der Bienen mit 15%-iger Milchsäure ist zu diesem Zeitpunkt sehr Wirkungsvoll und kann eine bis zwei Spätsommerbehandlungen überflüssig machen.

Das Restvolk wird in Ableger aufgeteilt. 20 Zanderwaben würde ich in 5 Ableger zu je 4 Waben aufteilen. Diese Ableger müssen ebenfalls gefüttert werden. Für die ersten zwei Wochen sollte Honigfutterteig gegeben werden, um Räubereien zu vermeiden, außerdem ist der Futterverbrauch dieser Jungvölker anfangs noch nicht so gross und eine größere Mende Flüssigfutter würde vermutlich frühzeitig sauer werden.

Wenn die jungen Königinnen nach zwei Wochen spätestens in Eilage sind, soll mit Zuckerlösung 1:1 über einen Zeitraum von drei Wochen weitergefüttert werden. Bei dieser Gelegenheit können die Bienen mit 15% iger Milchsäure besprüht werden, um die auf den Bienen sitzenden Varroamilben abzutöten. Alternativ dazu kann auch mit Bienenwohl behandelt werden.
Nach drei Wochen sollten bereits ausreichend Flugbienen vorhanden sein, die dann den Futterbedarf des Bienenvolkes aus der Natur decken. Wenn das Wetter schlecht ist, müssen diese Jungvölker weiter gefüttert werden.

Die Ableger können mit Anfangsstreifen erweitert werden. Diese Jungvölker benötigen keine Drohnen mehr und legen in der Regel auch keine (oder nur sehr wenig) Drohnenbrut an. Wenn ein Ableger viel Drohnenbrut und vielleicht sogar Spielnäpfchen anlegt, dann ist das ein Zeichen, dass die Königin nicht stark genug bzw. nicht besonders vital ist. Diese Jungvölker sollten nach einer längeren Beobachtungszeit aufgelöst werden.

Wenn die Ableger Anfang Mai erstellt wurden, können die stärksten von ihnen in der zweiten Juli – Hälfte bereits auf 8 bis 10 Zanderwaben sitzen. Wenn das Wetter schön und Pollenangebot vorhanden ist, können die Waben mit Mittelwänden aus den Völkern entnommen und durch Anfangsstreifen ersetzt werden. Hier muss dann wieder 1:1 gefüttert werden, damit die Bienen die neuen Streifen ausbauen.

Völker, die nicht in Schwarmstimmung kommen, würde ich einfach erst im folgenden Jahr umstellen. Wenn man allerdings Zander-Völkern nur einen Raum gibt, kommen fast alle in Schwarmstimmung.

Wir wünschen gutes Gelingen und stehen für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

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