Wasser, Lebenselixier (auch) für Bienen. Wieviel Wasser braucht ein Bienenvolk ? Gibt es in unserer Kulturlandschaft noch ausreichend geeignete Wasserquellen für Bienen und andere Insekten ?

Wasser in bester Qualiät und in unmittelbarer Nähe des Bienenstandes ist eine der Lebensgrundlagen für ein Bienenvolk.

Bienen sammeln Wasser unterschiedlicher Herkunft. Besondere Anziehungskraft auf die Wasserträgerinnen eines Bienenvolkes haben Moospölster an Bachrändern. Als Kind konnte ich beobachten, wie Bienen im Rinnsal von Stallmisthaufen Jauchewasser sammelten. Die Erklärung dafür, dass die Bienen dadurch ihren Kaliumbedarf decken, fand ich in einem Bienenbuch von Zander / Böttcher.

Enoch Zander und Friedrich Karl Böttcher gehen in ihrem Buch „Haltung und Zucht der Biene“ auch sehr detailliert auf den Wasserbedarf der Bienenvölker im Frühjahr ein. Sie berufen sich dabei auf Versuche der Bienenzüchter Elbmeier und Dathe um 1900, wo Bienentränken im Bienenstock angebracht wurden, um den Bienen das Verlassen des Stockes bei schlechter Witterung zu ersparen. Dabei konnte beobachtet werden, dass Bienenvölker im Zeitraum von Ende Februar bis Mitte April durchschnittlich 20 Liter Wasser verbrauchten. Von Mitte April bis Mitte Mai lag der durchschnittliche Wasserverbrauch nur mehr bei zehn Litern, da die Bienen bei gutem Flugwetter Wasser aus der direkten Umgebung sammelten.

Frisches Wasser

Wasser ist für den Bien nicht nur Nahrungsmittel, sondern wird auch zum Erhalt des Stockklimas herangezogen. Im Brutnestbereich beträgt die durchschnittliche Temperatur 34,5 Grad Celsius und die relative Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 – 60%. Um diese klimatischen Bedingungen einigermaßen konstant zu halten, wird Wasser zur Kühlung verwendet. Zu diesem Zweck verteilen Bienen kleine Wassertröpfchen im Bienenvolk, um die Verdunstungskälte für die Temperaturregulierung auszunützen.

Bei der Standortwahl für die Aufstellung von Bienen müssen wir daher die Wasserversorgung berücksichtigen. Stellplätze mit bedenklichen Wasserquellen wie z.B. in der Nähe von Kläranlagen oder in Agrarindustriegebieten, wo Bienen das Wasser aus mit Bakterien verseuchten Lacken oder mit Chemikalien kontaminierten Wasserstellen sammeln, sollten unbedingt gemieden werden.

Vergiftete Lacken

Besonders die Agrarindustrie hat verarmte Landschaften, mit Pflanzenschutzmitteln und Handelsdüngern verseuchte Kulturflächen und das dadurch verursachte Massensterben von Bienenvölkern und anderen Lebewesen zu Verantworten. Guttationswasser von Kulturpflanzen wird besonders dann von Bienen gesammelt, wenn es an alternativen, besseren Wasserquellen mangelt. Unter Guttation wir ein Vorgang bei Pflanzen bezeichnet, bei dem Wasser im flüssigen Zustand abgegeben wird. Durch den Einsatz von Insektiziden wie Neonicotinoide und vorallem bei der Beize von Maissaatgut, gelangen die Chemikalien durch den Nährstoffkreislauf der Pflanzen in die Pflanzesäfte und werden so in der Pflanze verteilt. Wenn die Pflanze das überschüssige Wasser durch die Spaltöffnungen ausscheidet, ist dieses Guttationswasser mit den Insektiziden kontaminiert.

Schäden an den Bienenvölkern

Die Schäden, vorallem beim Einsatz von häutungshemmenden Insektiziden, treten in Form von Brutschädigung auf. Bei sehr hoher Schadstoffbelastung kommt es auch vor, dass Bienen die Orientierung verlieren, nicht mehr zum Bienenstock zurückfinden und sterben. Den Bienenvölkern gehen dadurch die für die Versorgung des Bienenvolkes mit Nektar, Wasser und Pollen verantwortlichen Flugbienen verloren. Der Bien verliert die Verbindung zur Umwelt, zum Kosmos, verkümmert und stirbt.

Für demeter.Imker muss es selbstverständlich sein, nur Standorte zu wählen, wo es hochwertige, natürliche Wasser quellen gibt. Wassertränken sind immer nur ein Kompromiss…

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